Für Netzbetreiber & Stadtwerke

Messkonzepte, die der Physik standhalten.

Wenn die Sonne scheint, deckt die PV-Anlage die Last vor Ort — der Netzbezug sinkt. Und nicht umgekehrt. Modell, echter Beweis aus einer realen Anlage gegen DWD-Strahlung, und Prüfung Ihrer eigenen Z1/Z2-Daten.

+0,91
Korrelation Strahlung↔PV, real gemessen
146
reale Messtage als Beweis
Z3=Z2−Z1
virtueller Messpunkt geprüft
100 %
lokal im Browser · DSGVO

🎬 Video: Messkonzepte entschlüsseln — das Prinzip in wenigen Minuten erklärt.

Grundregel: Solarstrahlung ↑  ⇒  Netzbezug ↓  — gegenläufig (negative Korrelation). Zeigt eine Messung das Gegenteil, ist das Messkonzept zu prüfen.

1Das Messkonzept

Ein Netzanschluss, ein Übergabezähler (Z1 / NAP). Dahinter erzeugen PV und ein BHKW, der Betrieb verbraucht. Der Übergabezähler sieht nur den Rest, der noch aus dem Netz kommt.

Öffentliches Netz Z1 NAP PV (Z2a) ▲ sonnenabhängig BHKW (Z2b) ▲ 45 kW Dauerbetrieb Betrieb (Z3) ▼ virtuell = Z2−Z1 Sammelschiene

Schlüsselgröße ist der Netzbezug am Übergabezähler Z1. Der Verbrauch Z3 wird hier nicht direkt gemessen, sondern als virtueller Punkt Z3 = Z2 − Z1 gebildet — genau das prüfen wir unten.

2Tagesverlauf Illustratives Modell

PV-Größe, Grundlast und das BHKW (45 kW Dauerbetrieb) einstellen. Mit steigender Strahlung (gelb) entsteht mittags die Delle im Netzbezug (blau). Das BHKW erzeugt rund um die Uhr konstant und senkt so den Netzbezug, die Sonne zusätzlich mittags. Lastspitzen (Maschinenanlauf, Kälteaggregat, Förderbänder) können die Erzeugung kurzzeitig übersteigen → Restbezug trotz Sonne (rot markiert) — das ist normal und kein Messkonzept-Fehler.

Globalstrahlung (W/m²) Netzbezug (kW) Erzeugung PV+BHKW (kW) Restbezug trotz Sonne (Lastspitze)
Korrelation Strahlung ↔ Netzbezug
Netzbezug Mittag (12–14 Uhr)
Netzbezug Nacht (0–4 Uhr)
Plausibel.
Restbezug trotz Sonne ist normal. Reale Betriebe (Molkerei, Hotel, Logistik) haben kurze Lastspitzen — Kälteaggregate, Maschinenanlauf, Förderbänder. Übersteigt eine Spitze für Minuten die Erzeugung, wird der Rest aus dem Netz gezogen (rote Balken). Für die Plausibilität zählt nicht „Bezug = 0 mittags", sondern dass der Bezug mit der Sonne insgesamt gegenläufig ist. Ein Messkonzept-Fehler liegt erst vor, wenn die Mittags-Delle ganz fehlt oder der Bezug mit der Sonne steigt.

3Monatsbilanzen Illustratives Modell

Über das Jahr verschiebt sich die Bilanz mit der Sonne. Der Bezugsanteil (Anteil des Verbrauchs aus dem Netz) sinkt in den strahlungsreichen Monaten.

Eigenverbrauch Netzbezug Einspeisung
MonatErzeugungEigenverbrauchNetzbezugEinspeisungBezugsanteil

Werte in kWh. „Bezugsanteil" = Netzbezug ÷ Gesamtverbrauch. Grün = unter Jahresmittel (sonnenreiche Monate). Annahme (illustrativ): das BHKW im Dauerbetrieb deckt die Grundlast zuerst (volle Gleichzeitigkeit), die PV mit ~70 % Tages-Gleichzeitigkeit auf die Restlast (typisch für Betriebe mit Tageslast) — so wird BHKW-Strom nicht fälschlich als Einspeisung gezählt.

Echter Beweis Reale Messdaten

Tägliche PV-Erzeugung einer realen Bioenergie-Anlage (Niedersachsen, Stromfee-Bestandskunde) gegen die tägliche Globalstrahlung der DWD-Station Hamburg-Fuhlsbüttel. Jeder Punkt ist ein Tag: Mehr Sonne → mehr Erzeugung. Genau die Energie, die den Netzbezug verdrängt.

1 Punkt = 1 Tag (Globalstrahlung → PV-Erzeugung)
Korrelation Strahlung ↔ PV-Erzeugung
Ausgewertete Tage (mit DWD-Strahlung)
Zeitraum

Monatsmittel

MonatGlobalstrahlung ⌀ (Wh/m²·Tag)PV-Erzeugung ⌀ (kW)
Quellen: PV-Erzeugung aus realer Smart-MAIC-Messung der Anlage (15-s-Raster, täglich gemittelt). Globalstrahlung: DWD CDC, Station Hamburg-Fuhlsbüttel (01975, ~34 km Distanz), stündliche GHI. Auswertung über das Datenüberlappungsfenster. Kundendaten anonymisiert — keine personen- oder anlagenscharfen Klarwerte. Dezember/Januar enthalten DWD-Strahlungslücken; diese Tage sind in der Korrelation ausgenommen.

4Prüfen Sie Ihre eigenen Daten: Z1 (NAP) + Z2 (PV/BHKW)

Laden Sie die Lastgänge aus dem Netzanschlusspunkt (Z1) und der Erzeugung PV/BHKW (Z2) hoch — eine Spalte je Datei, ein Messwert pro Zeile, gleiche Reihenfolge. Wir bilden den virtuellen Verbrauch Z3 = Z2 − Z1 und prüfen ihn: negative Verbrauchswerte sind physikalisch unmöglich und weisen auf einen fehlerhaften virtuellen Messpunkt hin.

📐 Vorzeichen-Konvention: Standard = Z1 als Netto-Einspeisung positiv (Einspeisung +, Bezug −) → Z3 = Z2 − Z1 = Verbrauch. Liegt Ihr Z1 mit Bezug positiv vor, unten den Schalter aktivieren (dann Z3 = Z2 + Z1).
🔒 Ihre Daten verlassen diesen Browser nicht. Alle Berechnungen laufen lokal — kein Upload, kein Server, keine Speicherung.

Alternativ: MSCONS-Anbindung Markt-Standard

Sie haben Ihre Lastgänge als MSCONS (EDIFACT). Einfügen oder Datei laden — der Demo-Parser liest QTY+220/DTM+163 und prüft das Tagesprofil auf die Mittags-Delle.

Ø Netzbezug je Stunde (aus MSCONS)

Demo-Parser für die gängigen MSCONS-Lastgang-Segmente. Robuste Voll-Anbindung (Prüf-IDs, OBIS, Bilanzkreis) bauen wir kundenspezifisch — MSCONS-Anbindung anfragen.

5Beispiel-Messkonzepte

Ausgearbeitete Messkonzepte realer Standorte und generischer Muster zum Vergleich.